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Immer noch liegt Deutschland bei den Bildungsausgaben im Schlussfeld der OECD-Staaten, nämlich auf Rang 23 unter 27 Staaten. Das ist das Ergebnis der heute vorgestellten OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2010". Die Expansion des Hochschulbereichs hält zwar wie in den anderen Staaten trotz wirtschaftlicher Krise an, doch bleibt sie international weit hinter dem Durchschnitt zurück.

Dieser Rückstand wiegt umso schwerer, als Deutschland sich in einer von den meisten anderen Staaten dramatisch anderen demographischen Situation befindet. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter nimmt ab. Der Zuwachs des Anteils der Hochschulabsolventinnen und -absolventen von 0,9 Prozent reicht nicht aus, um den Arbeitsmarktbedarf an qualifizierten Kräften annähernd zu decken. Bei vergleichbarer demographischer Entwicklung verzeichnet Japan einen Anstieg von jährlich 3,1 Prozent.

"Der Wert akademisch ausgebildeter junger Menschen für die wirtschaftliche Zukunft des Landes wurde in Deutschland zu lange unterschätzt", so die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, heute in Bonn. "Die OECD-Studie zeigt, dass die Hochschulbildung sich für die Absolventinnen und Absolventen in Form eines höheren Lebenseinkommens positiv auswirkt und dass die gesamte Gesellschaft durch mittelfristig deutlich höhere Steuereinnahmen und geringere Ausgaben für Arbeitslosigkeit profitiert.

Dank der Initiative des Bundes wurde der Qualitätspakt für die Hochschulen geschlossen. Dieses Instrument kann helfen, in den kommenden Jahren mehr junge Menschen zu einem Hochschulabschluss zu führen. Allerdings regiert in einigen Bundesländern gleichzeitig schon wieder der Rotstift. Kluge Investoren aber stecken jetzt mehr Geld in die Hochschulbildung, um in einigen Jahren den Ertrag zu ernten.

Die OECD-Studie sollte den Ländern zu denken geben!"

(Quelle: bildungsklick.de )

 


GEW: "Bildungsrepublik Deutschland ist Fata Morgana"

Bildungsgewerkschaft zum OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick 2010"

Mehr zu: BildungsausgabenBildungsberichtOECD-Studie "Bildung auf einen Blick"Statistik,Sonderthemen
Frankfurt am Main / Berlin, 07.09.2010 - 

"Die Bildungsrepublik Deutschland ist eine Fata Morgana. Allen Rechentricks der Finanzminister, Sonntagsreden der Politiker und Bildungsgipfeln zum Trotz: Im internationalen Vergleich investiert Deutschland weiterhin viel zu wenig in sein Bildungswesen", sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in einer ersten Reaktion auf die am Dienstag vorgestellte OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2010".

"Um international nicht noch weiter abgehängt zu werden, müssen Bund und Länder endlich die Bremsen lösen und die während des Bildungsgipfels vereinbarten finanziellen Ziele auch anpacken - statt die Bildungsausgaben nur schön zu rechnen: Sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Bildung und drei Prozent für Forschung sind die Messlatte. Pensions-Ausgaben für ehemalige Lehrkräfte hellen zwar die Statistik auf, die Qualität des aktuellen Bildungsangebotes verbessern sie aber um keinen Deut." Jährlich rund 40 Milliarden Euro mehr als bisher müssten für die Bildung ausgegeben werden, damit der gewünschte und benötigte quantitative und qualitative Ausbau des Bildungsbereichs möglich wird.

Thöne wies darauf hin, dass höhere Studier- und Akademikerquoten in anderen Staaten einher gehen mit einer besseren Finanzausstattung des Bildungsbereichs. Die Bundesrepublik mit ihrem hochselektiven Bildungswesen steuere dagegen in einen massiven Akademiker- und Fachkräftemangel. "Wer früh in Köpfe und Entwicklung der Kinder investiert sowie Heranwachsende in einem integrativen Bildungssystem bestmöglich fördert, muss sich keine Sorgen um gut qualifizierte Menschen machen", sagte Thöne. Die steigende, aber immer noch weit unter OECD-Schnitt liegende Studierendenquote sei auch darauf zurückzuführen, dass die wachsende Zahl junger Menschen, die ihren Hochschulzugang in anderen Staaten erworben, aber in Deutschland ein Studium begonnen haben, mitgezählt werden. Seit Jahren sinke dagegen die Quote der Abiturienten aus Deutschland, die ein Studium aufnehmen.

"Im Bildungsbereich ist der Pädagogenmangel schon jetzt sichtbar: An Kitas, Schulen und Hochschulen fehlen mehrere zehntausend Lehrende. Die Unterrichtsversorgung an Schulen wird immer schlechter, weil die Länder zu wenige Lehrkräfte ausbilden und einstellen. Schon jetzt sind an den Schulen in Deutschland rund 25 Prozent weniger qualifizierte Lehrende beschäftigt als im OECD-Schnitt", unterstrich Thöne.

"Wer mehr Studierende und Akademiker haben will, muss die enge Kopplung von sozialer Herkunft und Bildungschancen durchbrechen. Dieser Prozess beginnt mit mehr und qualitativ hochwertigen Angeboten in der Kita, verlangt aber auch, den Zugang zu den Hochschulen zu erleichtern und Anreize für die Aufnahme eines Studiums zu schaffen - statt die dringend notwendige Bafög-Reform auf Eis zu legen", betonte der GEW-Vorsitzende. Insbesondere mit Blick auf den Lehrermangel verlangte er, dass die pädagogischen Berufe gesellschaftlich deutlich aufgewertet werden müssten. "Das muss sich auch in höheren Einkommen niederschlagen", sagte Thöne. Er erinnerte daran, dass die Gehälter der Lehrkräfte in den vergangenen Jahren deutlich gesunken seien, gleichzeitig sei die Arbeitsverdichtung gestiegen. "So schrecken wir die jungen Menschen ab, die wir benötigen, um den Lehrermangel an den Schulen zu beenden", sagte Thöne. Er machte sich außerdem dafür stark, dass sich die Hochschulen endlich konsequent für Menschen öffnen, die sich im Beruf qualifiziert haben: Auch ohne traditionelle Hochschulberechtigung dürften diesen keine Steine in den Weg gelegt werden, wenn sie ein Studium beginnen wollen.

(Quelle: bildungsklick.de )


 

 


Wie geht es weiter mit der Foerderung der beruflichen Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA)?

Die Bundestagswahl vom September 2009 hat die Anstrengungen der BA bei der Foerderung der beruflichen Weiterbildung offensichtlich verstaerkt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 fiel die Zahl der Neuzugaenge 2010 von 299.199 auf 245.618, also um 17,9 Prozent. Im Rechtskreis des SGB III, fuer den die BA alleine verantwortlich ist, ist der Rueckgang noch dramatischer ausgefallen. Hier konnten im ersten Halbjahr 2010 nur noch 138.657 Erwerbslose eine berufliche Weiterbildung beginnen. Bezogen auf die Neuzugaenge des ersten Halbjahres 2009 sind dass 50.038 Neuzugaenge weniger; ein Rueckgang um 26,9 Prozent. Wahlen beleben das Geschaeft, auch mit der Weiterbildung. Einen Haken hat die Sache schon. Sie finden nur alle 4 Jahre statt. Und in der Zeit zwischen den Jahren wird wieder fleissig gespart, auch an der Weiterbildung.

Die Juli-Werte sind noch schlechter. Im Rechtskreis des SGB III gab es nur noch 90.352 TeilnehmerInnen, gegenueber Juli 2009 sind das 29.792 TeilnehmerInnen weniger. Ein Rueckgang von satten 24,8 Prozent. Die geplanten Kuerzungsrunden im Rahmen der Haushaltskonsolidierungen machen wenig Mut, dass es mit der beruflichen Weiterbildung bei der BA auch jenseits von Bundestagswahlen wieder aufwaerts geht. Immerhin 5 Mrd. Euro sollen im Rahmen der Arbeitsmarktpolitik bis 2014 jaehrlich eingespart werden. Wo soll das Geld herkommen? Ohne drastische Einschnitte bei Qualifizierungsmassnahmen wird von der Leyen das Geld nicht zusammenbekommen.

Bliebe die betriebliche Weiterbildung. Eine riesige Fachkraefteluecke komme auf uns zu, ein riesiges Loch an fehlenden Arbeitskraeften wird prognostiziert. Schon moechte Wirtschaftsminister Bruederle auslaendische Fachkraefte mit Geldpraemien ins Land locken. Andere warnen vor so viel Aktionismus. Zunaechst solle die Wirtschaft mal alle Talente ausbilden, die in Deutschland auf eine berufliche Bildung und Weiterbildung warten. Doch auch bei der Wirtschaft hinterlaesst die Wirtschaftskrise bei der betrieblichen Weiterbildung negative Spuren. Die Betriebsraetebefragung 2009 des WSI macht deutlich, das sich die Krise eher einschraenkend als foerdernd auf die betriebliche Weiterbildung auswirkt. In Betrieben, die von der Krise betroffen waren, hat die Teilnehmerzahl staerker abgenommen als zugenommen. In Betrieben, die nicht betroffen waren, wuchs sie dagegen noch an. Die betriebliche Weiterbildung folgt der wirtschaftlichen Entwicklung.
Politische Aufrufe zur Erhoehung der Aus- und Weiterbildung scheitern offensichtlich an einzelwirtschaftlichen Zielen der Unternehmen.

Bei der politischen Bildung sieht es nicht besser aus. Der Etat der Bundeszentrale fuer politische Bildung soll 2012 um knapp 5 Mio Euro jaehrlich beschnitten werden. Besonders betroffen davon ist die institutionelle Foerderung von Traegern der politischen Bildung. Diese erhalten ueber die Bundeszentrale Foerdermittel fuer ihre wichtige Arbeit; dafuer standen bisher jaehrlich rund 6,8 Mio Euro zur Verfuegung. Die vorgesehenen Kuerzungen im Haushalt der Bundeszentrale sollen zur Haelfte auf die Foerdermittel fuer die Traeger entfallen. Es ist zu befuerchten, dass viele Einrichtungen diesen Kahlschlag bei der Foerderung ihrer Aktivitaeten nicht ueberleben werden.

Es gibt viele gute Gruende, die Weiterbildung in ihrer gesamten Bandbreite zu verstaerken. Aber noch mehr betriebliche und politische Akteure, die ihr haeppchenweise den Geldhahn abdrehen. Politische Lippenbekenntnisse fuer mehr und bessere Weiterbildung fuehren nicht zu mehr Weiterbildung. Nur politischer und betrieblicher Druck auf diejenigen, die fuer die Verteilung der finanziellen Ressourcen zustaendig sind.

(Quelle:Netzwerk-Weiterbildung)

 


 
 

 
 
 

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